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Herzlich Willkommen in der Christuskirche zu Athen

Herzlich willkommen auf der Homepage der Evangelischen Kirche Deutscher Sprache in Griechenland!

Wir laden Sie herzlich ein, an unseren Gemeinde-veranstaltungen teilzunehmen und das Leben unserer Gemeinde kennenzulernen.

Ob Sie hier leben oder zu Besuch sind, wir hoffen, dass unsere Kirche für Sie ein einladender Ort der christlichen Liebe und des Verständnisses ist. Wir freuen uns auf ein Gespräch mit Ihnen und laden Sie ein, Ihre Gaben in unser Gemeindeleben einzubringen.

Übrigens: Unsere Kirche verfügt über etliche Gästezimmer, in denen man, in zentraler Lage Athens, für kürzere oder längere Zeit angenehm wohnen kann.
Fragen Sie in unserem Kirchenbüro!

Ihr
Pastor Michael Fridetzky
und Vorstand

 

Stadtkirchentag statt Kirchentag „Du siehst mich“ Athen 2017

Welch ein Abschluss! Ein feierlicher Gottesdienst mit wunderschöner Musik in unserer Athener Christuskirche. Wegen des heftigen Regens, der uns gestern auf so wunderbare Weise erspart geblieben ist, mussten wir auf Jasmin-, Granatapfel- und Bougainvillenblüten verzichten und uns ins Gemeindehaus flüchten. Dort haben die Konfirmanden fuer uns Waffeln gebacken. Um 13.00 Uhr hat die Life-Übertragung vom Abschlussgottesdienst des Kirchentags aus Wittenberg auch den letzten Teil unseres kleinen und doch so grossartigen ersten Athener Kirchentags dargestellt. 2019 in Dortmund? Nein, 2019 wieder in Athen. So schön war es. An dieser Stelle herzlichen Dank allen Beteiligten:

Pastor Michael Fridetzky
Haiko Ehlers
Fritz Wagner
Angela Karalis
Henrike, Sarah, Clara, Dulina und Patrick
Hamed Haiko und Omid
Maha, Nahla, Asmaa und Hanadi
Brigitte und den Konfirmanden

Athen und der Ökumenische Jugendchor Salzwedel

Athen war schon da, bevor man von Salzwedel sprach.

Athen ist eine überwältigende Stadt. Das unendliche Meer von Häusern. Das Gewirr von Gässchen, Straßen, Chausseen, Boulevards. Dieser Verkehr, ob sich Autos durch schmale Straßen quälen oder über fünfspurige fegen, dazu Motorrad- und Mopedfahrer, jede Lücke ausnutzend.

Der Jugendchor wird wohlwollend im Best Western Candia Hotel, an einer der großen Straßen gelegen, aufgenommen. Er trifft nach seinem Flug von Berlin-Schönefeld am Montag gegen ½ 12 Uhr nachts ein, wird fast fürstlich mit einem üppigen Abendessen bewirtet.

So wird es spät, eher früh sein, bis alle ihr Zimmer, ihr Bett haben, alles verstaut ist.

Am Dienstag-Morgen geht es los: Auf zur Akropolis, ohne die Athen nicht denkbar, ihres attraktivsten Komplexes beraubt, ausgeschlossen wäre. 63 Mitglieder und Mitreisende des Salzwedelers Chores begeben sich, geführt von Frau Akribi, zu der mächtigen Burg. Was haben unsere Vorfahren bereits hunderte Jahre vor Christi Geburt geschaffen! Die ältesten Bauten wurden bereits 480 v. Chr. von den Persern zerstört. Das macht die historischen Dimensionen erst richtig deutlich. Man steht gelegentlich nahezu fassungslos vor Bauten, an denen heute Kräne stehen, um zu restaurieren, was nötig ist. Aber damals? Nur mit Muskelkraft und ungewöhnlicher Lastenübertragung konnten die Menschen 450 v. Chr. den Parthenon errichten, das die Akropolis beherrschende Gebäude. Gerade dieses Gebäude weist auf die stark wechselnde Geschichte der Stadt hin, war es ab 6. Jh. n. Chr. christliche Kirche, wurde sie später Moschee – und heute die Touristenattraktion überhaupt. Die Gruppe aus Salzwedel kommt zu einer Jahreszeit, wo noch nicht aus dutzenden Bussen Trauben von Menschen die antiken Gemäuer durchströmen.

Zwei weitere Tage sind für Ausflüge weit weg von Athen eingeplant: Eine mehrstündige Fahrt geht nach Delphi. Mehr als eine Kultstätte. Ein Mythos. Der wohl bekannteste Kultort der gesamten Antike, der als „Nabel der Welt“ galt, befindet sich in einer einzigartigen Landschaft am Südausläufer des bis zu 2500 Metern hohen Gebirgsmassives, des Parnassos. Das Heiligtum, das den SalwedlerInnen durch die sehr belesene Führerin Akribi vertraut gemacht wird, liegt in etwa 550 Meter Höhe mit Blick auf das Meer. Hier wie bereits auf der Akropolis bleibt nahezu unfassbar, wie die Erbauer diese riesigen Anlagen haben schaffen können.

Nach einer gediegenen Mahlzeit im nahe gelegenen Ort Delphi geht die Fahrt weiter zu einem der schönsten byzantinischen Klöster Griechenlands, zum Hosios Lukas. Malerisch in den Bergen versteckt, doch gleichzeitig immer wieder herausschauend aus den Pinienwäldern, sind die Gebäude des nur noch von fünf Mönchen belebten Klosters von malerischer Schönheit. Im Kirchenraum lässt der Chor ein „Laudate omnes gentes“ erklingen. Dann geht es zurück nach Athen.

Es ist bereits Donnerstag, geprobt wird noch nicht. Die erste Gesamtprobe wird am Freitag-Mittag und dann sofort in der evangelischen deutschen Kirche von Athen, in der Christuskirche, stattfinden. (Die Bereitstellung der erbetenen Instrumente funktionierte von Athener Seite nicht wie abgesprochen.)

So gibt es eine zweite Tagesreise. Jetzt ist der Peloponnes angezeigt: Mykene und Epidaurus stehen auf dem Programm Auch Mykene überwältigt die BesucherInnen aus Deutschland auf Grund seiner oft überdimensionalen Gestaltung: tonnenschwere Steine aufeinander gesetzt für Mauern von bis zu acht Metern Dicke; nicht vorstellbar und doch vorhanden. Diese Stätten des antiken Griechenlands wären jede für sich eines eigenen mehrtägigen Besuches wert. Doch der Chor zieht weiter. Epidaurus mit seinem berühmten Amphitheater steht noch auf dem Programm. Akribi hatte uns bereits auf das ganz Besondere dieses Theaters hingewiesen. Im 3. Jh. v. Chr. ist es erbaut worden. Mit 55 Sitzreihen schwingt es sich in die Höhe, aus Kalkstein erbaut. Fasst 12 000 ZuschauerInnen. Das Außergewöhnliche sei die Akustik, erklärt unsere Führerin. Denn wenn man in dem für die SchauspielerInnen und MusikerInnen gefassten kreisrunden Raum vor den Rängen genau im Mittelpunkt etwa auf den dort befindlichen Stein eine Münze fallen lässt, hört man das Klicken bis in die letzte Reihe. Genauso erleben das die Chormitglieder. So können sie auch die leise gesprochenen Ansagen deutlich wahrnehmen. Epidaurus soll man nicht vergessen, auch nicht die Goten, die es 267 n. Chr. zerstören, nicht die, die die herrliche Anlage wieder instand setzten.

Ebenfalls nicht vergessen können die MusikerInnen aus Salzwedel den Isthmus von Korinth. Er ist die einzige Verbindung zwischen dem Festland und dem Peloponnes. Der Golf von Korinth wurde mit dem Saronischen Golf verbunden. Das wurde bereits mit Nero 67 n. Chr. begonnen, mit seinem Tod aber aufgegeben. Bereits damals gruben mehrere tausend Arbeiter sich von beiden Seiten in die Landenge. Doch Nero starb und damit wurde das Bauwerk zunächst beendet. 1882 gings noch einmal los, elf Jahre später war geschafft, was ebenso unvorstellbar ist, wie die vielen, unendlich vielen Bauten des antiken Griechenlands: 90 Meter tief sind die Seitenwände, an seiner Sole der Kanal mit einer Tiefe von 8 und einer Breite von 25 Metern, durch den die Schiffe geschoben oder gezogen werden. Damit verkürzt sich der Seeweg beträchtlich. Anstelle von mehreren 100 Kilometern sind es jetzt nur noch 6, um vom einen Golf zum anderen zu gelangen.

Für den Freitag ist Singen und Klingen angesagt:

Der Chor und seine InstrumentalistInnen treffen sich um 12 Uhr in der schlichten im Bauhausstil 1933/34 erbauten Christuskirche, vom Hotel gut zu Fuß zu erreichen.

Und schon geht die Probe los, zunächst mit den Solostücken für Klarinette und Klavier von Mike Garson und Gabriel Fauré, dann noch die „Kleine Gesellschaft“ für Violine, Klarinette und Klavier.

Dann ist der Chor dran. Der zeitgenössische Komponist Rolf Grössler schrieb eine 14teilige Messe mit neuen geistlichen Liedern mit dem Thema: „Wie Feuer in der Nacht“ für Chor, Klavier, Band und Gemeinde. Eine schlichtes Werk mit viel Abwechslung. Mit der Kantate „Jauchzet Gott, alle Lande“ von Heinrich Frankenberger erklingt ein Stück für Chor und Alt-Solo aus dem 19. Jahrhundert. Die Ragtime-Mass von Johann Simon Kreuzpointner für Soli, Chor und Instrumente ist ein Höhepunkt des Programms, kunstvoll das Ineinandergreifen von Solisten und Chor, dazu ein dynamisches und klangvolles Musizieren der InstrumentalistInnen.

Fünf Gospels von Markus Nickel runden ein durch und durch gelungenes Programm ab. In erstaunlich kurzer Zeit bringt Matthias Böhlert alles zusammen.

Die Instrumente spielen Jens Drebenstedt – Klarinette, Gabriel Stoicescu, Emilia und Julius Jung, Peter Dziedo – Violine und der Leipziger Profi-Trompeter Alexander Pfeifer.

Nach knapp drei Stunden ist wieder Freizeit bis zum Abendessen im Hotel, dieses Mal bereits ab 19 Uhr.

Samstag, 11. 2. 2017

Die „Generalprobe“ ist für 16:30 Uhr angesetzt. So bleibt noch einmal viel Zeit, auf eigene Faust Athen zu erkundigen. Manche hält es nicht ab, mit der Metro nach Piräus zu fahren um Meeresduft zu schnuppern und ein paar der riesigen Kreuzfahrtschiffe zu betrachten.

Doch dann wird es ernst. Meister Matthias Böhlert hat alles im Griff und leitet routiniert und aufmerksam die Probe vorm Konzert und das gut gelungene Konzert selbst.

Der Sonntag: Zunächst müssen die Hotelzimmer geräumt werden. Das Gepäck wird in einem besonderen Raum aufbewahrt, denn der Chor wird um ½ 6 Uhr nachmittags von hier aus starten.

Um ½ 10 Uhr ansingen in der Kirche. Es kommen viele Gemeindeglieder. Der neue Pfarrer Michael Fridetzky aus Hamburg wird eingeführt. Der Chor aus Salzwedel wird dem einen feierlichen Rahmen geben mit Stücken aus dem Konzertprogramm vom Vortag. Matthias Böhlert wird auch Orgel spielen. Der Pfarrer hat den Gottesdienst unter das Thema „Stärke unseren Glauben“ gestellt, der 5. Vers aus dem Sonntagsevangelium Lukas, Kapitel 17. Mit dieser Botschaft beendet der Chor seinen Beitrag in der evangelischen deutschen Gemeinde von Athen.

Im Anschluss an den Gottesdienst ist ein lockeres Zusammensein im Gemeindesaal vorgesehen. Hier hat der Verfasser dieses Berichtes endlich Gelegenheit zu Gesprächen mit „Athenerinnen“. Die allerdings alle aus Deutschland stammen, bereits seit 40 und mehr Jahren in Griechenland leben, mit einem Griechen verheiratet sind.

Nach einem individuellen Gang zurück zum Hotel Rückreise, Bus zum Flughafen, schnelles Einchecken dort, problemloser Flug nach Berlin, dort steht bereits der Bus mit Roland von der vertrauten Firma – und ab zurück nach Salzwedel.

Am Schluss sollten die Verdienste von KMD Matthias Böhlert hervorgehoben werden. In einem Gespräch erzählt er von den Mühen, diese Veranstaltung zustande zu bringen, für die er eine Vorlaufzeit von circa zwei Jahren benötigte. Immer am Ball bleiben und nicht verzagen. So bleibt Dank zu sagen, dass alles, wirklich alles reibungslos wie „geölt“ funktionierte.

Autoren:

Harald Riese
Pfarrgasse 12
91560 Heilsbronn
Tel. 0 98 72 / 95 704 15
harald-singt@posteo.de

und Matthias Böhlert