Zeichen der Zuversicht 9

Liebe Mitglieder und Freunde der Athener Kirchengemeinde,   heute senden wir Euch einen Text von Frau Marlisa Thumm, ausgebildete Geschichtenerzählerin in München, zu. Sie hat einige Jahre in Athen gelebt und diese Zeilen, in der sie sich Gedanken zum aktuellen Thema macht, an eine hier lebende Freundin geschickt. In vielen ihrer Erzählungen und auch in ihren Ölgemälden spielt Griechenland eine große Rolle.
Seid herzlich gegrüßt und bleibt gesund!   Dr. Silke Weßker-Vorgias und Vera Sficas

Hilfe, ich bin meinen Gedanken machtlos ausgeliefert –
Gottseidank !!, denn sie begleiten mich stets beim Radeln, ob ich will oder nicht.
Meistens entstehen daraus meine Geschichten, aber heute – nein heute brauchte ich nicht zu grübeln, heute führte das Leben meine Feder.
Corona – welch hämische Bezeichnung für ein Tod bringendes Virus – ich hätte es Splittermine genannt – aber sei‘s drum, es hat sich durchgefressen.
Mich hat das Virus lieb, denn es meidet mich. Aber Moment mal, wie kann mich jemand liebhaben und trotzdem mich meiden? Darüber kamen mir noch ganz andere Gedanken, die aber sofort verflogen waren, als ich eine sehr alte Frau beobachtete.
Ich war im fast menschenleeren Hirschgarten angekommen, das Radeln heute bei diesem wunderbaren Sonnenschein und fast ganz ohne Wind war eine Wonne.
Ja und dort sah ich dann diese Frau, so nah es mir möglich war (Abstand halten!).
Sie war sicher sehr alt, ging krumm auf einen Stock gestützt und blieb auf einmal stehen. Vermutlich musste sie Luft holen, denn ich konnte sehen, wie sie tief einatmete.
Aber ich hatte mich getäuscht. Diese Frau richtete sich auf, soweit das ging, hielt ihr faltendurchfurchtes Gesicht in die Sonne und: sie lächelte, ganz deutlich, sie hatte die Augen geschlossen und lächelte.
Jetzt konnte ich nicht weiterradeln, ich setzte mich fernab von ihr ins Gras und ließ diesen wunderbaren Moment ganz tief in meine Seele dringen. Und dabei überraschte mich mein eigenes Lächeln, das sich nicht nur in meinem Gesicht ausbreitete, sondern mir ein wärmendes Gefühl schenkte.
Offenbar hat sich diese Frau für etwas bedankt.
In diesen schweren Zeiten der Corona-Pandemie mit all ihren Folgen für uns Menschen gibt es doch auch viele Gründe in unserem Leben dankbar zu sein, wenngleich die Ängste erst einmal vorherrschen.
Ich fand für mich wirklich viele Gründe trotz mancher Sorgen und Nöte in meinem nun schon langen Leben, dankbar zu sein und rufe sie mir jetzt bewusst ins Gedächtnis.
Dazu gehört vor allen Dingen in dieser weltweiten Kontaktsperre, dass ich unglaublich viele liebevolle Anrufe, E-Mails und SMS erhalten habe, ich bin also nicht einsam, nur augenblicklich allein!
All meine aufrichtigen, liebevollen Gedanken schicke ich weiter, sie gelten meiner Tochter und Enkel, meinen Verwandten und meinen Freunden, auf dass wir uns alle irgendwann bei guter Gesundheit wiedersehen werden.
Möge Gott unser Hirte sein.
28.03.2020 Marlisa Thumm

Zeichen der Zuversicht 8

Liebe Mitglieder und Freunde der Athener Kirchengemeinde,

heute erhielten wir von Pfarrer i.R. Wolfhart Koeppen aus Deutschland eine kurze Nachricht mit diesem Gebet. Das möchten wir gern mit Euch über alle räumliche Distanz hinweg teilen.

Bleibt gesund und behütet!
Dr. Silke Weißker-Vorgias und Vera Sficas

Plötzlich gehen die Uhren anders, Gott!
Hab ich das Gefühl für die Zeit verloren, oder hat sie mich vergessen? 
Laufen meine Tage nur so dahin, oder hab´ ich sie überholt?
Kann ich nur noch unbeweglich warten, dass etwas passiert.
Oder dass mir hoffentlich nichts passiert?
Stop, heute ist Montag – ein neuer Tag, eine neue Woche…
Und du ziehst mich zu dir, aus dem high life, aus dem slow life, ja, aus dem no life.
Ja, du hältst mich fest. 
Und mir ist, als hörte ich deine Stimme… es klingt ein wenig so wie:
„Meine Zeit steht in deinen Händen, gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.“
Ja. Amen

Zeichen der Zuversicht 7

Liebe Mitglieder und Freunde der Athener Kirchengemeinde,

wir freuen uns, den Gruß von Pfr. i.R. Martin Bergau als Zeichen der Zuversicht versenden zu dürfen. Pfarrer Bergau war von der EKD beauftragt worden, ab dem 1. April als Ruhestandspfarrer in unsere Athener Gemeinde zu kommen, worauf wir uns sehr gefreut hatten. Der Coronavirus hat dies nun zunächst verhindert, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Bleiben Sie gesund und behütet!

Wir wünschen Ihnen einen gesegneten Sonntag!

Dr. Silke Weißker-Vorgias und Vera Sficas

Der Koffer lag bereit. Das Ticket längst gebucht. Ein erster Kontakt, kleine Absprachen getroffen. Nur noch wenige Tage, dann würde ich aufbrechen, zu Ihnen in die deutsche Gemeinde nach Athen. Der Ruhestandsdienst als Pastor stand kurz bevor.

Doch dann die Nachrichten, erste Einschränkungen und mit ihnen auch die Fragen. Schließlich wurde klar: Ich muss in Hannover bleiben. Ein Flug nach Athen ist nicht möglich. Das Corona-Virus hat bereits über 20.000 Menschen infiziert. Schulen und Kindertagesstätten sind geschlossen, die Läden und Restaurants. Das öffentliche Leben steht still. „Bleib im Haus“, heißt es allerorts, die Straßen sind leergefegt, wo doch der Frühling lockt.

Dabei habe ich mich auf den Dienst auf Zeit in Ihrer Gemeinde sehr gefreut. Es ist anders gekommen.

Wie wird es wohl bei Ihnen sein? Vermutlich werden Sie und mich ähnliche Gedanken, Sorgen um Angehörige, Freunde und so viele betroffene Menschen umtreiben. Die Seele ist aufgewühlt. Bis vor kurzem hat das niemand für möglich gehalten.

Wir spüren, wie sehr wir den persönlichen und unbefangenen Kontakt ersehnen und auch brauchen.

Die kleinen Gesten, das gesungene Lied, der Anruf, die E-Mail oder sogar der geschriebene Brief:

Kostbarkeiten. Sie gehen zu Herzen. In ihnen liegt eine Kraft.

Wir sind noch mitten in der Passionszeit. Es ist die Zeit, in der wir Gottes Teilhabe am Leiden und Leben des Menschen in allen seinen Tiefen vergegenwärtigen. Wie nah kommt uns dies, ob hier in Hannover oder bei Ihnen in Athen.

Doch im Glauben ist die österliche Gewissheit da, und aus ihr wird uns dort, wo wir sind und gesucht werden, Zuversicht und die nötige Kraft erwachsen – für jeden neuen Tag, so ungewiss er am Morgen auch sein mag.

Dieses Vertrauen trägt auch über Länder hinweg.

Ein herzlicher Gruß und: auf bald!

Ihr Martin Bergau

Anmerkung aus dem Sekretariat: Wer Sehnsucht nach dem Geläut der Glocken unserer Athener Christuskirche hat, der kann gern die Audiodatei im Anhang öffnen. Jörg Häntzschel war so freundlich, das Glockengeläut aufzuzeichnen.

Zeichen der Zuversicht 6

Liebe Mitglieder und Freunde der Athener Kirchengemeinde,

Um der Enge der vier Wände, die uns umgeben, entgegenzuwirken, stehen wir alle viel intensiver als vorher im telefonischen und E-Mail-Kontakt. Hieraus ergeben sich auch „Zeichen der Zuversicht“.

Viele Gemeindemitglieder kennen Pfarrer Dr. Alfred König, der in unserer Kirche einige Gottesdienste gehalten hat und immer wieder gerne nach Athen kommt. Er ist in Darmstadt Zuhause, wo er an der Seite seiner Frau Pfarrerin Dagmar Unkelbach, die ebenfalls schon in Athen gepredigt hat, ein kreatives Dasein als Ruhestandspfarrer führt. Dr. Afred König hat im Internet eine lesenswerte Homepage. Darauf fanden wir dieses schöne und erbauende Gebet, das wir mit Ihnen und Euch teilen möchten. Alfred hat uns aber auch ein Gedicht geschickt, das ganz untheologisch daherkommt, viel Freude beim Lesen!

Gebet
Vogelkinder deiner Freiheit sind wir.
Gott, wir springen auf den Zweigen,
lernen mit noch kurzen Stummelflügeln
uns im Luftreich zu bewegen,

können wählen zwischen Möglichkeiten,
hüpfend einen Ast verlassen,
um den nächsten hastend zu erhaschen,
Zwischenrast und Kraft zu finden.

Torkelnd, flatternd lernen wir das Fliegen.
Über einem baumestiefen
Abgrund schwebt dein Vogeltreiben.

Du behütest uns in allem Springen.
Halte deine Hand darunter.
Lass uns Flügel wachsen. Amen.

Bleiben Sie/bleibt gesund und behütet!
Dr. Silke Weißker-Vorgias und Vera Sficas

Papyrus Loci

Zeichen der Zuversicht 5

Liebe Mitglieder und Freunde der Athener Kirchengemeinde,

selten haben wir mehr Zeit zum Lesen gehabt als jetzt. Aber viele Dinge, die wir nun lesen, machen uns Angst, sorgen oder erschrecken uns. Nicht zu unrecht!
Aber wie wäre es mit diesem Text des Zukunftsforschers Matthias Horx? Ein Zeichen der Zuversicht!
https://kurier.at/wissen/matthias-horx-das-ist-ein-historischer-moment/400785341
Bleiben Sie gesund und behütet!Wir wünschen Ihnen trotz aller Sorgen Freude und Zuversicht.
Dr. Silke Weißker-Vorgias und Vera Sficas

Zeichen der Zuversicht 4

Liebe Freundinnen und Freunde der Gemeinde in Athen,

an diesem Sonntag wollten wir gemeinsam mit Ihnen Gottesdienst in der Christuskirche und im Haus Koroneos feiern! Die Umstände den Corona-Virus betreffend lassen uns nun andere Wege gehen, um Ihnen Mut und Zuversicht zuzusprechen, die uns unser christlicher Glaube verheißt.

Bleiben Sie zuversichtlich und fühlen Sie sich von Gott behütet!

Wir grüßen Sie herzlich!

Pfarrerin Iris Kaufmann und Diakonin Reinhild Dehning

Andacht am Sonntag Lätare                                                        22.03.2020

Psalm 121
Ein Wallfahrtslied.

1 Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?

2 Meine Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

3 Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.

4 Siehe, der Hüter Israels
schläft noch schlummert nicht.

5 Der Herr behütet dich;
der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,

6 dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.

7 Der Herr behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.

8 Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit!

Liebe Gemeinde in Athen,
in der evangelischen Kirche gibt es seit mehr als 30 Jahren die Fastenaktion „7 Wochen Ohne“. In diesem Jahr lautet das Motto „Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus“.
Dieses Motto können wir gut gebrauchen.
Wir befinden uns gerade in einer Situation, in der uns der Optimismus, die Hoffnung, die Zuversicht abhanden gekommen sind. Wir sind verunsichert, wissen nicht, was auf uns zukommt, sorgen uns, haben Angst. Jedes Mal, wenn wir die Nachrichten sehen, verschlägt es uns den Atem.
Ist das Motto zynisch – angesichts der derzeitigen Situation?
Nein, ich denke, wir müssen realistisch sein – aber nicht pessimistisch.
Der heutige Sonntag Lätare  ist der Freudensonntag mitten in der Passionszeit. Dieser Sonntag ist voll von Trost und Zuversicht.
In der Passionszeit feiert er schon mal die Auferstehung.
Lätare bedeutet „Freut euch“. Es sind die ersten Worte aus dem Text des Propheten Jesaja, der auch der Predigttext für diesen Sonntag ist.
Da heißt es in Jesaja 66, 10-14:
10 Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie liebhabt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.
11 Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust.
12 Denn so spricht der Herr: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen.
13 Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden.
14 Ihr werdet’s sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des Herrn an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.
Das sind unglaubliche Trostworte. Jesaja spricht zu Menschen, die alles verloren haben und nach 70 Jahren Asyl wieder in die Heimat zurückkehren und Angst haben, was sie da vorfinden. So wie wir heute die Bilder von kaputten Städten in Syrien sehen –  im Krieg zerfallen nicht nur Häuser, sondern auch Lebenserinnerungen. Jesaja spricht diese Worte des Trostes und des Friedens. Mögen sie doch auch im heutigen Syrien gelten, wo der Krieg immer weiter tobt und Menschen zur Flucht treibt.
Die Worte des Propheten Jesaja lenken den Blick vom Elend der Menschen auf Gott und auf das, was er tun kann! Er hebt Gottes weibliche Seite hervor – für mich das tröstlichste seiner Bilder:
Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet!
Jesaja malt uns Traumbilder vom überströmenden Glück und Wohlergehen.
Wie kann er das tun angesichts der Not? Darf er so sprechen als Prophet?
Ja, Jesaja drückt Visionen aus, die Hoffnung machen.
Die Angst ist groß, wir werden auf unsere Gefühle geworfen, die von Angst bestimmt sind. Aber die Angst ist keine gute Beraterin. Sie lähmt uns, sie lässt dunkle Seiten in uns aufkommen – sie braucht ein starkes Gegenüber. Und das ist die Hoffnung.
Die Hoffnung ist der Inhalt unseres Glaubens. Der heutige Sonntag lässt die Auferstehung durchscheinen, und im Evangelium von heute malt Jesus eindrucksvolle Bilder:
erst muss das Samenkorn sterben, wenn es in die Erde fällt, dann bringt es Frucht.
Erst muss das Brot verzehrt werden, um stärken zu können
Freut euch –  allem Leiden zum Trotz, ruft Jesaja.
Das ist gerade nicht leicht, Freude zu empfinden. Zu groß sind die Sorgen – ist der Kummer. Freude kann man nicht verordnen.
Wir können die Gegenwart Gottes in unserem Leben spüren, vielleicht im Gebet, vielleicht in Begegnungen – und seien sie zurzeit in der Ferne – vielleicht in dramatischen Situationen.
Aus Trauer kann wieder Freude, aus Verzweiflung Aufbruch werden:
Da ist die Möglichkeit, im Angesicht Gottes alles sagen zu können
oder einfach nur schweigen oder weinen oder sein zu dürfen
bei diesem liebevollen, mitleidenden, mütterlichen Gott!
Auch wenn wir nur das Schlimmste sehen: Trost ist ganz nahe. Denn Gottes Zusage gilt: „Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.“
Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröste
Lassen Sie sich trösten und ermutigen von unserem guten Gott!

Gebet
Gott, ich bin hier allein,
doch durch deinen Geist sind alle miteinander verbunden.
Jetzt, mein Gott, täten Engel gut –
an unserer Seite und um uns herum. Denn wir brauchen Mut und Fantasie und Zuversicht,
darum sende deine Engel,
zu den Kranken vor allem, zu den Besorgten,
zu den Alleingelassenen,
zu den vom Krieg Bedrohten,
sende deine Engel zu denen, die anderen zu Engeln werden,
Ärztinnen und Pfleger,
Rettungskräfte und Arzthelferinnen,
alle, die nicht müde werden, anderen beizustehen,
die vielen Freiwilligen in den Einrichtungen und bei den Menschen zu Hause,
sende deine Engel zu den Verantwortlichen in Gesundheitsämtern und Einrichtungen, in Politik und Wirtschaft.
Jetzt, mein Gott, tun uns die Engel gut,
du hast sie schon geschickt, sie sind ja da,
um uns herum.
Hilf uns zu sehen, was uns trägt,
was uns am Boden hält und mit dem Himmel verbindet
mit dir, mein Gott,
denn das ist es, was hilft und tröstet,
jetzt und in Ewigkeit.
Amen

Lied
EKG 369 Wer nur den lieben Gott lässt walten
369:2 Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, dass wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit.
369:4 Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wir’s uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn.
369:5 Denk nicht in deiner Drangsalshitze, dass du von Gott verlassen seist und dass ihm der im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel.
T und M: Georg Neumark (1641) 1657

Segen
Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Amen.

Zeichen der Zuversicht 3

Liebe Mitglieder und Freunde der Athener Kirchengemeinde,
heute erreichte uns ein Gebet mit dem Aufruf, es zu posten, weiter zu leiten, es auszudrucken und an unsere Türen und Fenster zu hängen. Diesem Aufruf kommen wir gern nach. Auch ein „Zeichen der Zuversicht“.

Bleiben Sie gesund, behütet und guten Mutes!Dr. Silke Weißker Vorgias und Vera Sficas

Zeichen der Zuversicht 2

Herr über Leben und Tod,

gerade in der weltweiten Zeit der Krise und Seuche kommen wir zu Dir:
Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten Dich um Trost und Heilung!
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden!
Zeige Dich ihnen als der Auferstandene, der den Tod besiegt hat!
Bitte tröste alle, die jetzt trauern und Angst haben.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Gib allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft, wenn sie in extreme Situationen kommen.
Stärke die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung mit Mut und Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.
– um Frieden mitten im Sturm, um klare Sicht, um Deinen Trost!
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, die sich einsam fühlen und die, die niemanden umarmen können.
Berühre Du ihre Herzen mit Deiner Sanftheit.
Wir bitten Dich, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.
Wir danken Dir für jeden Tag, den wir gesund sein dürfen!
Wir begreifen neu, dass das Leben ein Geschenk ist.
Wir erkennen, dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Wir sehen, dass Du allein ewig bist und dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Danke, dass Du uns ewiges Leben schenkst durch Jesus!
Niemand und nichts kann uns aus seiner Hand reißen.
Stell uns Dein kommendes Reich vor Augen.
Lege die Freude der Ewigkeit in unser Herz
und hilf uns, unser Leiden zu tragen, wenn Du es uns auferlegst.
Öffne uns die Augen und lass uns dankbar werden für vieles,
was wir ohne diese Krisen übersehen hätten,
Wir vertrauen Dir.
Amen

So haben wir auch am vergangenen Sonntag gebetet. Wir: Martin, Theologiestudent aus Jena, der bei uns im Gemeindehaus wohnt, ein eifriger Gottesdienstbesucher, der vor der Tür stand, als ich gerade den Beschluss der beiden Vorstände der Evangelischen Kirche Deutscher Sprache in Griechenland, Verein und Religiöse Juristische Person an die Türen von Kirche und Gemeindehaus kleben wollte, dass wir bis auf Weiteres keine Gottesdienste mehr feiern werden. Und Jörg, Carola und ich, die wir uns ganz spontan für eine Fürbitte in der Kirche verabredet hatten.
Wir haben pünktlich um 10.00 Uhr kräftig die Glocken geläutet. Wir wollten hören lassen: Die Kirche ist hier! Geschlossen aus Vernunft, aber offen im Sein. Wir sind da, mit Euch, für Euch. Wir haben die Kerzen angezündet, jeder hat einen Psalm gelesen, wir haben gesungen, ohne Orgel, aber so kräftig, wie sonst nie. Auch das Lied von Paul Gerhard Befiehl du deine Wege, EG 361.

1. Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

2. Dem Herren musst du trauen, wenn dir’s soll wohlergehn; auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.

5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorgenommen und was er haben will, das muss doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel.

Warum die fünfte Strophe? Was Gott sich vorgenommen und was er haben will, das muss doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. Ist das vielleicht auch eine Folge von Corona? Haben wir die Schöpfung nicht überstrapaziert, das von Gott Gegebene missbraucht? Und plötzlich wird durch einen winzigen, nicht sichtbaren Virus die Welt quasi über Nacht entschleunigt. Wir finden zurück zu dem, was wir wirklich brauchen. Und dazu haben wir Zugang, wenn schon nicht mehr zur Kirche!

Dieses Foto mit Text hat mir Anna Bertels (GebenGibt) weitergeleitet. Beten ist nicht abgesagt! Am letzten Sonntag nicht und an keinem Tag. Lasst uns beten, egal wo wir sind, am kommenden Sonntag um 10.00 Uhr und an jedem Tag.
Bleiben Sie alle gesund, behütet und guten Mutes!
Carola, Hilde, Jörg und Martin

Zeichen der Zuversicht 1

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Kirchengemeinde,

wir versuchen, Euch nahe zu sein, als Kirche in Zeiten großer Verunsicherung, Sorgen und Ängste. Wir sagen „Wir sind für Euch da!“.

Aber wie? Am 13. März kam von der griechischen Regierung die Anweisung, dass Gottesdienste und kirchliche Zusammenkünfte jeder Art ab sofort verboten sind. Ihr könnt also bis auf Weiteres nicht zur Kirche und zur Gemeinde kommen. Aber wir können zu Euch kommen. Immer mal wieder mit einem besonderen Gebet, einer Anregung zur Meditation, einem Lied, einem Text, einem Foto, einem Erfahrungsbericht, einer Predigt. Elektronisch! Per E-Mail. Aber auch ganz praktisch können wir vielen von Euch zur Seite stehen.

Bitte meldet Euch jetzt bei uns. Teilt uns telefonisch oder per E-Mail mit, ob Ihr oder jemand , den Ihr kennt und der keine E-Mail hat, Hilfe benötigt, von wem Ihr wisst, dass er oder sie sich unter den aktuellen Verordnungen und Empfehlungen nicht selbst versorgen kann, Begleitung zum Arzt braucht, Angst vor Ansteckung in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Taxi hat. Wir werden Mittel und Wege finden, unter Vorkehrung aller Vorsichtsmaßnahmen zu helfen.

Auch wer nur mal reden möchte, weil er sich einsam fühlt oder gerade besonders verunsichert oder ängstlich ist – Anruf genügt.

Und bitte meldet Euch, wenn Ihr bereit seid, telefonischen Kontakt zu Gemeindegliedern aufzunehmen oder wenn Ihr selbst gerne angerufen werden möchtet.

Bleibt gesund und guten Mutes!

Dr. Silke Weißker-Vorgias und Vera Sficas

Kontakttelefone:
Sekretariat: 210 3612713,
E-Mail: evgemath@gmail.com
Hilde Hülsenbeck: 6982424586

Maren Petsoula: 6948 318444 und 210-4132666,
E-Mail> evkidespa@gmail.com

Maren und Hilde werden unter Berücksichtigung des Datenschutzes, also ausschließlich für den o.a. Zweck eine Kontakttelefon-Liste anlegen und die Telefonpartner miteinander in Verbindung bringen.