Zeichen der Zuversicht 14

Liebe Mitglieder und Freunde der Athener Kirchengemeinde,
zum Auftakt der Woche ein Gebet von Pfarrer Holger Nollmann, der zweimal für mehrere Wochen in Athen war und mit uns einige Gottesdienste gefeiert hat. Er lebt jetzt mit seiner Familie in Bochum, wo er für die Friedenskapelle und die Seelsorge im Q 1 verantwortlich ist. Q1? Das ist ein Modellprojekt  in gemeinsamer Trägerschaft von IFAK e.V. und der Evangelischen Kirchengemeinde in Bochum. Das „Q1 – Eins im Quartier. Haus für Kultur, Religion und Soziales“ im Bochumer Westend leistet einen nachhaltigen Beitrag zur sozialen und kulturellen Entwicklung des Bochumer Westends. Es steht für eine Öffnung und die dynamische Weiterentwicklung bereits bestehender sozialer Angebote und Arbeitsfelder. Die Aktivitäten im Q1 sollen den gesellschaftlichen Zusammenhalt (im Stadtteil) stärken, wobei die interkulturelle, interreligiöse, intergenerationelle, auf Dialog angelegte Bildung und Beratung eine ebenso große Rolle spielt wie die Vernetzung im Stadtteil.

Die Leitlinien der Arbeit sind

a) Interkulturelle Arbeit
b) Interreligiöse Arbeit: Gemeinsamkeiten finden – Unterschiede feiern
c) Partizipation und Demokratieförderung
d) Netzwerke und sozialräumliches Arbeiten
e) Generationen übergreifendes Lernen und Leben
f) Gender und Diversitätsbewusstsein

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Pfarrer Nollmann in der Bochumer Friedenkapelle.
Und hier sein Gebet:
Gott.
Wir sind verbunden.
Als Menschen mit Menschen.
Als Vertrauende miteinander.
Als Vertrauende und Menschen mit Dir.
Wir bringen Dir unsere Gedanken, unser Danken und unser Sorgen.
Wir denken an finstere Täler
auf dieser Deiner, auf dieser unserer Welt.
Sei Du da.
Tröste.
Trage mit.
Wir suchen den Weg durch diese Welt.
Nimm uns auf die Schultern,
Wenn wir uns nicht mehr auskennen.
Wir denken an alle, die sich verirrt haben.
Die Wege suchen.
Die sich suchen.
Oder die Dich suchen.
Flüstere ihnen ins Ohr: Ach Du!
Wir denken an alle, die wir lieben.
Was tun sie gerade.
Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind.
Wir denken an alle Kranken.
Und an alle Kranken in Krankenhäusern, die keinen Besuch haben können.
Wir denken an alle, die helfen.
Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander.
Gott.
Wir sind Deine Menschen.
Wir sind miteinander verbunden.
Atmen die Luft Deiner Schöpfung.
Beten zu Dir in allem, was ist.
Beten zu Dir mit den Worten, die uns im Herzen wohnen. 

In der Gewissheit, dass wir Gottes Menschen sind, dass wir miteinander verbunden sind, grüßen wir Sie und Euch zum Wochenbeginn!Dr. Silke Weißker-Vorgias und Vera Sficas

Sonntags um zehn

Liebe Mitglieder und Freunde der Athener Kirchengemeinde,

als wir Ihnen und Euch zum westkirchlichen und ostkirchlichen Osterfest einen Gruß und jeweils einen Videobeitrag geschickt haben, wollten wir – die Vorstände von Verein und Religiöser juristischer Person – trotz oder gerade wegen der Unmöglichkeit miteinander Gottesdienst feiern zu können, ein Zeichen der Verbundenheit schicken. Zahlreiche Reaktionen auf beide Beiträge haben uns ermutigt, bis auf Weiteres an diesen Sonntagsgrüßen aus der Sina festzuhalten und auch dafür zu sorgen, dass die Beiträge problemlos durch Mausklick auf den Link geöffnet werden können. Nun, Sie/Ihr werden/t sehen, technisch ist es jetzt ein Kinderspiel.

Der heutige Sonntagsgruß steckt voller Musik. Der Grund? Eine wunderbare Initiative des Musikerpaares Luise Stahl und Makis Ramos und ihrer vier Kinder Lydia, Markus, Peter und Paul. Einer Familie mitten aus der Gemeinde, die sich ganz spontan und mit viel Herz und Freude ans Werk gemacht hat. Also auch der Beitrag selbst ein Kinderspiel, denn die vier Kinder haben den Beitrag weitgehend gestaltet. Die vier sind übrigens in unserer Kirche getauft und konfirmiert.

Wir wünschen Ihnen und Euch mit der Familie Ramos-Stahl einen gesegneten Sonntag, Gesundheit und Freude.

Dr. Silke Weißker-Vorgias und Vera Sficas

Info von der Deutschen Botschaft Athen

Wie Sie wahrscheinlich den Medien bereits entnommen haben, wurden die Ausgangsbeschränkungen zunächst bis zum 4. Mai weiter verlängert.

Ein Hinweis zur Einreise nach Deutschland: Die Fluggesellschaften verlangen von EU- und Drittstaatsangehörigen einen Wohnsitznachweis in Deutschland (Amtliche Meldebescheinigung), bei der Einreise nach Deutschland muss von diesem Personenkreis der Wohnsitz oder der dringende Grund der Einreise nachgewiesen werden. Alle nach Deutschland Einreisenden müssen sich beim örtlichen Gesundheitsamt melden und eine 14-tägige Hausquarantäne einhalten. Informationen hierzu haben wir auf unserer Webseite verlinkt. Weiterhin zu Ihrer Information: Wir haben heute einen Landsleutebrief mit Hinweis auf eine mögliche Ausreisemöglichkeit per Fähre Ende nächster Woche versandt.

Falls Sie Fragen hierzu haben, können Sie sich gern an uns wenden.

Zeichen der Zuversicht 13

Liebe Mitglieder und Freunde der Athener Kirchengemeinde,

unser Freund Prof. Dr. Panagiotis Karanis ist derzeit auf Zypern tätig. Er war Professor in Deutschland, Japan und China. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der parasitären und Tropenkrankheiten. Als Professor der Medizin für Anatomie und Parasitologie hat er letztes Jahr die Aufgabe übernommen, den Medizinstudenten an der Universität in Nicosia auf Zypern die Anatomie des menschlichen Körpers zu lehren. Seine Verbundenheit mit uns, aber auch seine fachliche Kompetenz, ist uns wichtig. Er schreibt in Zeiten von Corona an unsere Kirchengemeinde.

Mit vielen Grüßen

Dr. Silke Weißker-Vorgias und Vera Sficas

’Παν μέτρον άριστον’… „Alles in Maßen“

Liebe Kirchengemeinde und –freunde in Athen,

in dieser für uns alle schwierigen und ungewohnten Zeit möchten meine Frau und ich einige Gedanken mit Ihnen/Euch teilen, und grüßen damit alle aus der schönen Eifel im Westen Deutschlands, nahe der belgisch-deutschen Grenze.

Ignaz Philipp Semmelweis (1818-1865) war ein ungarischer Chirurg und Geburtshelfer in Wien. Semmelweis führte das häufigere Auftreten von Kindbettfieber in öffentlichen Kliniken im Vergleich zur privaten Entbindung auf mangelnde Hygiene bei Ärzten und Krankenhauspersonal zurück und bemühte sich, Hygienevorschriften einzuführen.

Als Ergebnis seiner Studien wies Semmelweis seine Studenten an, die Hände vor jeder Untersuchung zu desinfizieren, mit Chlorlösung, später mit dem billigeren Chlorkalk – wie sich herausstellte, eine wirkungsvolle Maßnahme: Die Sterblichkeitsrate sank in nur wenigen Monaten von 12,3% auf 2-3%, 1848 sank die Sterblichkeitsrate auf 1,3%. Semmelweis erkannte, dass eine Ansteckung von lebenden Personen ausgehen konnte!

Trotz dieses Erfolgs wurden die Arbeiten von Semmelweis lange Zeit vor allem von führenden Medizinern nicht anerkannt. Viele Ärzte und auch seine Studenten hielten Sauberkeit für unnötig und wollten nicht wahrhaben, dass sie selbst die Verursacher jener Krankheit waren, die sie eigentlich heilen wollten. Während er zu Lebzeiten beschimpft und sogar in die Psychiatrie weggesperrt wurde, da Hygiene als Zeitverschwendung und unvereinbar mit den damals geltenden Theorien über Krankheitsursachen angesehen wurde, gilt er heute als „Retter der Mütter“.

Auch ein anderer Arzt, der schottische Chirurg Joseph Lister (1827-1912), machte sich verdient im Bereich der antiseptischen Chirurgie. Doch auch das Ergebnis seiner Ideen ließ lange auf sich warten: Es hatte fast zwei Jahrzehnte gedauert, bis seine Methoden von der Fachwelt der Chirurgen akzeptiert wurden. Nach Listers Studien bestand eine Sterblichkeitsrate nach der eigentlichen Operation von 50% infolge Infektionskrankheiten, die Benutzung von Antisepsis und ordentlicher Hygiene senkte diese Sterblichkeit auf 15%.

Ich hatte Glück in meinem Leben, wie natürlich alle in der heutigen Zeit Lebenden: Ich habe gelernt, mich selbstverständlich und natürlich vor Infektionskrankheiten zu schützen.

Bereits in der Grundschule im kleinen Dorf in Chrysso/Evritania mussten wir jeden Montag die Hände vorstrecken und der Lehrer prüfte, ob die Fingernägel geschnitten und die Finger sauber waren. Wir durften Katzen und Hunde streicheln, allerdings waren wir verpflichtet, unmittelbar danach unsere Hände gründlich zu waschen. Es war bekannt, dass zumindest Echinokokkeneier vom Hundekot übertragen werden können. Grundregeln der Natur, um dort zu überleben, wo medizinische Versorgung nicht existierte, wurden uns sehr früh beigebracht. Die modernen Leute in der Stadt halten die Tiere nicht nur innerhalb ihres Hauses, sie teilen sogar oft das Bett mit ihrem Hund oder ihrer Katze. Doch die Tatsache, dass auch diese domestizierten Tiere Krankheiten übertragen können, bleibt, so sehr sie auch geliebt und vermenschlicht werden. Hund und Katze können meist gut mit den Erregern koexistieren und überleben, Menschen aber nicht.

Wir alle haben das Glück, dass Desinfektion und Antiseptik eine Selbstverständlichkeit sind, setzen aber trotzdem unser Glück durch undiszipliniertes Verhalten aufs Spiel.

In Japan war mir anfangs der Begrüßungsstil sehr befremdlich, denn Japaner vermeiden Körperkontakt streng und diszipliniert. Im Laufe meiner Arbeit, und insbesondere in der aktuellen Corona-Krisenzeit, weiß ich diese Verhaltensregeln zu schätzen, und weiß um deren Berechtigung. Insbesondere in Griechenland, wo sich Menschen beider Geschlechter küssen, wenn sie sich begrüßen, sollte man umlernen und Körperberührungen unterlassen.

Diese Coronavirus-Pandemie ist nicht die erste Pandemie bzw. Epidemie und wird nicht die letzte sein. Beispiele gibt es zahlreich:

Die „Attische Seuche“ (Erreger unbekannt) in Athen kostete ¼ – 1/3 der Bevölkerung Athens das Leben 430-426 v. Chr. Der „Englische Schweiß“ mit 5 Ausbrüchen in England in den Jahren 1485/86, 1507, 1517, 1528/29, und 1551 – der Erreger konnte nie identifiziert werden. Die „Russische Grippe“ (Pferdeinfluenzavirus), eine Virusgrippe, die weltweit (pandemisch) innerhalb relativ kurzer Zeit ca. 1 Million Todesopfer forderte in den Jahren 1889-90. Die „Spanische Grippe“ (Influenzavirus) forderte in den Jahren 1918-20 nahezu 50 Mill. Tote weltweit. Die „Hongkong-Grippe“ (Influenzavirus) verlief weltweit 1968-70 für ca. 1 Mill. Menschen tödlich, in Deutschland starben ca. 30.000. Die „SARS-Pandemie“ 2002-03 war das erste Auftreten des SARS-assoziierten Coronavirus und lieferte ca. 774 Tote. Die „Vogelgrippe“ (Influenzavirus) seit 2004 mit weltweitem Vorkommen, hauptsächlich in den Jahren 2004 – 2016, mit mind. 450 Toten. Die „Schweinegrippe“ (Influenzavirus), weltweit, mind. 18.500 Todesopfer. Die Virusgrippe 2018-19 (Influenzavirus), die in Deutschland ca. 25.100 Tote forderte, und weltweit bis zu 646.000. Die Masernepidemie, seit 2018 in Madagaska, seit 2019 in der Demokratischen Republik Kongo und Samoa, v.a. Kinder betreffend, für bis zu 6.000 tödlich verlaufend, und zumindest Langzeitschäden verursachend. Und seit Nov. 2019 die „COVID-19 (= SARS-Cov-2)“-Pandemie, die bis dato mind. 110.000 Tote weltweit forderte.

Und es gibt viele Gründe dafür, warum es immer wahrscheinlicher wird, dass Massenausbrüche von Infektionskrankheiten über die Menschen hereinbrechen werden in immer kürzeren Abständen.

In Zeiten der Globalisierung ist es möglich geworden, innerhalb eines Tages in entfernteste Orte zu fliegen. Die Globalisierung bietet wahrlich einmalige Chancen, die Welt kennenzulernen, aber die Erde hält dies nicht mehr aus.

In den letzten Jahren hat sich die Touristenzahl in Griechenland vervielfacht: Dreimal mehr Touristen als einheimische Bevölkerung im Land. Stolz verkündete damals die Tourismusministerin, dass die Zahl von 30 Millionen Touristen in Griechenland im Jahr erreicht sei, und das Ziel wäre auf 40 Millionen zu erhöhen. Ich habe mich so oft gefragt und die Frage an die Zuhörer meiner Vorträge in Konferenzen gestellt: „Was soll das, ohne Sinn und Maß Touristenzahlen in die Höhe zu treiben? Wie sieht es mit Umweltschäden, Übermüllung, Störung der Tiere und derer Lebensräume aus?“ 15.000 Touristen aus aller Welt besuchten die Insel Santorini täglich in der Hochsaison: Menschen unterschiedlichster Herkunft, besiedelt mit unterschiedlichster Flora, dicht an dicht gedrängt auf Schiffen, auf Aussichtsplattformen, in Cafés und Restaurants: Ein Leichtes für Krankheitserreger unterschiedlichster Herkunft von Mensch zu Mensch überzuspringen und in neue Regionen verschleppt zu werden.

Die Neugierde der Menschen und der Drang, alles auf dieser Welt besitzen zu wollen, lassen sie in Gebiete vordringen, in denen sie eigentlich nichts zu suchen haben. Wildnis sollte wild und für sich bleiben, denn wilde Tiere, wie wir wissen, tragen viele Viren, Bakterien und Parasiten an und in sich, die ihnen selbst nicht oder unwesentlich schaden, aber im Menschen unbeherrschbare Krankheiten auslösen können – wie wir jetzt sehen. Wir sollten lernen, mit der Natur zu leben und sie zu respektieren und Natur natürlich sein zu lassen.

Massentierhaltung, Abrodung, Verschleppung von wilden Tieren auf Märkte, Massenkonsum, Tourismus, Vernichtung von Lebensräumen u.v.m. – alles, was wir beeinflussen könnten – macht (uns) krank.

Wir sollten uns wieder an das One-Health-Konzept erinnern, das schon von einem kanadischen Tierarzt 1948 entwickelt wurde: Umwelt-Tier-Mensch: keiner kann ohne den anderen. Kein Mensch, kein Tier, keine Pflanze kann in einer kranken Umwelt existieren, zumindest nicht gesund. Umwelt- und Klimaschutz ist Infektionsschutz bzw. Schutz vor Krankheiten.

Wir haben es in der Hand, ob das egoistische Jeder-für-sich weiter geht oder nicht. Die Welt nach der Corona-Lektion wird eine andere sein, so oder so. In welcher Welt, in welcher Gesellschaft wir leben werden und leben möchten, hängt von uns ab.

Wir alle wissen, dass der fromme, aber arrogante Mensch unserer Zeit das Leben auf diesem kleinen Planeten, der heute weltweit bedroht ist, aber auch mit tragischen Folgen für sein eigenes Leben, in den Händen hält.

Meine Frau und ich denken, dass die Natur, als Folge der „verrückten (im Sinne von „daneben“) Weltordnung“, uns erneut eine Pandemie geschickt hat, um „unsere Weltordnung“ tüchtig durcheinander zu bringen und uns eine Chance zu geben, inne zu halten und diese zu überdenken, und neu zu ordnen! Und es wird sich solange wiederholen, bis wir gelernt und verändert haben.

Aber wir alle tun so, als ob wir ohnmächtig und gewissen „Gewalten“ dieser Erde ausgeliefert seien und nichts ausrichten könnten.

Ist das so?

Wir wünschen allen Gesundheit und dass Sie diese Krise unbeschadet überstehen,

und freuen uns auf ein Wiedersehen in Athen.

Prof. Dr. Panagiotis Karanis & Dr. med. Gabriele Karanis

Zeichen der Zuversicht 12

Ich glaube,
dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,
Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen,
die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage
so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. 
Aber er gibt sie nicht im Voraus,
damit wir uns nicht auf uns selbst,
sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst
vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube,
dass Gott kein zeitloses Fatum ist,
sondern dass er auf aufrichtige Gebete
und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Liebe Mitglieder und Freunde der Athener Kirchengemeinde,

vor 75 Jahren, am 9. April 1945 wurde Dietrich Bonhoeffer, ein maßgeblicher Vertreter des kirchlichen Widerstands im Dritten Reich, im KZ Flossenbürg ermordet.

Sein „Glaubensbekenntnis“ (1934) hat Generationen berührt und bewegt. Die Zuversicht und das Gottvertrauen, die es ausstrahlt, tun uns auch heute gut – zumal in der gegenwärtigen Situation.

Wir wünschen Euch und Euren Familien einen gesegneten zweiten Ostertag!

Christ ist erstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden.

Herzliche Grüße

Dr. Silke Weißker-Vorgias und Vera Sficas

Zeichen der Zuversicht 11

Liebe Mitglieder und Freunde der Athener Kirchengemeinde,

der frühere Athener Pfarrer Jürgen Henning hat uns heute mit einem Gebet und einem Gruß aus Beirut bedacht. Wir möchten gern beides mit Euch teilen.

Im Folgenden findet Ihr einen Link, den Ihr markieren und dann öffnen könnt. Chris Paraskevopoulos hat Zuhause auf seiner Orgel für unsere Kirchengemeinde einen Choral eingespielt als „Zeichen der Zuversicht“. Gern hätte Chris auf der Orgel in der Kirche für uns diesen Choral gespielt. Aber aus Sicherheitsgründen begnügt er sich vorübergehend mit der heimischen Orgel. Er und wir bleiben zuversichtlich, dass schon bald wieder die Orgel in unserer Christuskirche erklingen kann.
https://www.youtube.com/watch?v=s_axmgSTgNc&authuser=0
Mit herzlichen Grüßen, bleibt gesund und behütet!
Dr. Silke Weißker-Vorgias und Vera Sficas

Liebe Freunde in Christus, so habe ich euch früher immer angeredet im Gemeindeblatt.
In diesen schwierigen Wochen denke ich viel auch an euch. Wir sind nun alle verbunden,
Menschen über den ganzen Erdball im Umgang mit der Bedrohung durch das Virus. Als
Christen aber eint uns mehr noch die Hoffnung. Vergessen wir es nie: Gott!
Was immer geschieht, bei ihm sind wir gut aufgehoben. Vertrauen wir uns und einander ihm
an. Gott behüte euch!
Liebe Grüße Jürgen

Herr, mach uns zu Boten deines Friedens,
dass wir Liebe üben, wo man sich hasst, / dass wir verzeihen, wo man sich beleidigt,
dass wir verbinden, wo Streit ist, / dass wir die Wahrheit sagen, wo Irrtum herrscht,
dass wir Hoffnung wecken, wo Verzweiflung quält, / dass wir Freude bringen, wo Kummer
wohnt.
Wir beten für die Menschen, die von der Lungenkrankheit COVID 19 betroffen sind,
Lass die Kranken Heilung finden, die Sterbenden halte geborgen, Ärzte und Pflegende stärke.
Wir denken an die Menschen, die vom Krieg betroffen sind.
Überwinde den Hass in der Welt. Öffne Wege zur Versöhnung.
Wir beten für die Menschen, die besondere politische Verantwortung tragen.
Hilf ihnen, gerecht und geduldig ihre Arbeit zu tun.
Wir denken an die Menschen um uns, die leiden: die Überarbeiteten, die Kranken, die
Verbitterten.

Wecke Hoffnung in ihnen. Lass sie jemanden finden, der ihnen hilft.
Wir verbinden uns mit allen Christen auf Erden, mit allen Menschen, die dich suchen.
Lass sie alle deine Güte erfahren, dass sie dir danken.
Herr, lass uns trachten,
nicht, dass wir getröstet werden, sondern dass wir trösten,
nicht, dass wir verstanden werden, sondern dass wir verstehen,
nicht, dass wir geliebt werden, sondern dass wir lieben.
Denn wer hingibt, der empfängt, / wer sich selbst vergisst, der findet,
wer verzeiht, dem wird verziehen, / und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.
AMEN.

Zeichen der Zuversicht 10

Liebe Mitglieder und Freunde der Athener Kirchengemeinde,

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!
so fangen sie an, unsere Gottesdienste. In der Regel. Die Regel ist aber durch Corona außer Kraft gesetzt. Auch kein Gottesdienst an diesem Sonntag Palmarum, so aber doch ein gemeinsames Gebet aller, die sich in und mit der Gemeinde Athen verbunden fühlen.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!In wessen Namen hast du eigentlich gesagt:„Fürchte dich nicht!“?Warst du es, Vater? So einen Schöpfer braucht die Welt, das ist mal ein Grundton!Warst du es, Jesus? Nach so einem himmlisch greifbaren Freund sehne ich mich, das zählt!Warst du es, Geist? So müsste mein Herz schlagen, das ist ein Rhythmus, der mein Herz belebt und mein Hoffen beflügelt.Gott, du und du und du – du sagst zu mir: Fürchte dich nicht! Danke! Amen.

Mit diesem Gebet, das uns Pfarrer i.R. Wolfhard Köppen geschickt hat, wünschen wir Ihnen einen gesegneten Palmsonntag. Bleiben Sie, Ihre Familien und Freunde weiterhin gesund und behütet.

Im Anhang finden Sie wieder das Glockengeläut der Athener Christuskirche und einen Palmzweig an besonderem Ort zum besonderen Gedenken.

Mit herzlichen Grüßen

Dr. Silke Weißker-Vorgias und Vera Sficas

Zeichen der Zuversicht 9

Liebe Mitglieder und Freunde der Athener Kirchengemeinde,   heute senden wir Euch einen Text von Frau Marlisa Thumm, ausgebildete Geschichtenerzählerin in München, zu. Sie hat einige Jahre in Athen gelebt und diese Zeilen, in der sie sich Gedanken zum aktuellen Thema macht, an eine hier lebende Freundin geschickt. In vielen ihrer Erzählungen und auch in ihren Ölgemälden spielt Griechenland eine große Rolle.
Seid herzlich gegrüßt und bleibt gesund!   Dr. Silke Weßker-Vorgias und Vera Sficas

Hilfe, ich bin meinen Gedanken machtlos ausgeliefert –
Gottseidank !!, denn sie begleiten mich stets beim Radeln, ob ich will oder nicht.
Meistens entstehen daraus meine Geschichten, aber heute – nein heute brauchte ich nicht zu grübeln, heute führte das Leben meine Feder.
Corona – welch hämische Bezeichnung für ein Tod bringendes Virus – ich hätte es Splittermine genannt – aber sei‘s drum, es hat sich durchgefressen.
Mich hat das Virus lieb, denn es meidet mich. Aber Moment mal, wie kann mich jemand liebhaben und trotzdem mich meiden? Darüber kamen mir noch ganz andere Gedanken, die aber sofort verflogen waren, als ich eine sehr alte Frau beobachtete.
Ich war im fast menschenleeren Hirschgarten angekommen, das Radeln heute bei diesem wunderbaren Sonnenschein und fast ganz ohne Wind war eine Wonne.
Ja und dort sah ich dann diese Frau, so nah es mir möglich war (Abstand halten!).
Sie war sicher sehr alt, ging krumm auf einen Stock gestützt und blieb auf einmal stehen. Vermutlich musste sie Luft holen, denn ich konnte sehen, wie sie tief einatmete.
Aber ich hatte mich getäuscht. Diese Frau richtete sich auf, soweit das ging, hielt ihr faltendurchfurchtes Gesicht in die Sonne und: sie lächelte, ganz deutlich, sie hatte die Augen geschlossen und lächelte.
Jetzt konnte ich nicht weiterradeln, ich setzte mich fernab von ihr ins Gras und ließ diesen wunderbaren Moment ganz tief in meine Seele dringen. Und dabei überraschte mich mein eigenes Lächeln, das sich nicht nur in meinem Gesicht ausbreitete, sondern mir ein wärmendes Gefühl schenkte.
Offenbar hat sich diese Frau für etwas bedankt.
In diesen schweren Zeiten der Corona-Pandemie mit all ihren Folgen für uns Menschen gibt es doch auch viele Gründe in unserem Leben dankbar zu sein, wenngleich die Ängste erst einmal vorherrschen.
Ich fand für mich wirklich viele Gründe trotz mancher Sorgen und Nöte in meinem nun schon langen Leben, dankbar zu sein und rufe sie mir jetzt bewusst ins Gedächtnis.
Dazu gehört vor allen Dingen in dieser weltweiten Kontaktsperre, dass ich unglaublich viele liebevolle Anrufe, E-Mails und SMS erhalten habe, ich bin also nicht einsam, nur augenblicklich allein!
All meine aufrichtigen, liebevollen Gedanken schicke ich weiter, sie gelten meiner Tochter und Enkel, meinen Verwandten und meinen Freunden, auf dass wir uns alle irgendwann bei guter Gesundheit wiedersehen werden.
Möge Gott unser Hirte sein.
28.03.2020 Marlisa Thumm

Zeichen der Zuversicht 8

Liebe Mitglieder und Freunde der Athener Kirchengemeinde,

heute erhielten wir von Pfarrer i.R. Wolfhart Koeppen aus Deutschland eine kurze Nachricht mit diesem Gebet. Das möchten wir gern mit Euch über alle räumliche Distanz hinweg teilen.

Bleibt gesund und behütet!
Dr. Silke Weißker-Vorgias und Vera Sficas

Plötzlich gehen die Uhren anders, Gott!
Hab ich das Gefühl für die Zeit verloren, oder hat sie mich vergessen? 
Laufen meine Tage nur so dahin, oder hab´ ich sie überholt?
Kann ich nur noch unbeweglich warten, dass etwas passiert.
Oder dass mir hoffentlich nichts passiert?
Stop, heute ist Montag – ein neuer Tag, eine neue Woche…
Und du ziehst mich zu dir, aus dem high life, aus dem slow life, ja, aus dem no life.
Ja, du hältst mich fest. 
Und mir ist, als hörte ich deine Stimme… es klingt ein wenig so wie:
„Meine Zeit steht in deinen Händen, gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.“
Ja. Amen