Wort zum Ewigkeitssonntag

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Athener Kirchengemeinde,

Aus unserer Gemeinde und aus dem Umfeld sind Menschen in diesem Jahr gestorben. Unser Gastpfarrer wird stellvertretend für alle, die selbst nicht kommen können, ihrer gedenken. Und auch wenn kein Gottesdienst gefeiert werden darf, so werden ihre Namen zum Ewigkeitssonntag in der Kirche verlesen. Auf den Altar werden zur Erinnerung an sie Kerzen leuchten, und so sind ihre Namen an diesem Morgen vereint. Das Licht leuchtet – sie sollen nicht vergessen sein.

Und gebetet werden die Worte, die Jesus selbst seine Jünger gelehrt hat, vertraute Worte, mit der Bitte zu Gott, zu trösten, wer an diesem Tag Trauer in sich trägt und den Verlust eines nahen Menschen beklagt.

All das im Vertrauen auf Gott. Er ist von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Herzliche Grüße und bleiben Sie behütet!

Dr. Silke Weißker-Vorgias und Vera Sficas

Ein Wort zum Ewigkeitssonntag von unserem Gastpfarrer Martin Bergau

Das war ein gefühlter Einschnitt. Ich habe meinen Tageskalender gewechselt. Er durfte nun kleiner, kompakter sein. Der Lebensrahmen hat sich zum Ende der Dienstzeit verändert. Jetzt passt er sogar in meine Innentasche vom Sakko. Das finde ich praktisch.

Gedruckt ist er für den kommenden Sonntag mit der Überschrift: „Totensonntag“. Dieser Begriff setzt sich scheinbar unaufhaltsam für den letzten Sonntag im Kirchenjahr durch. Meiner ist es nicht.

Es ist vielmehr der „Ewigkeitssonntag“. Gewiss, an dem Tag gedenken wir der Menschen, von denen wir im Leben Abschied nehmen mussten. Und für Viele ist es ein schwerer Tag. Abschied tut weh und schmerzt. Und das dann besonders, wenn er unerwartet eingetreten ist und erst kürzlich das Leben verändert hat.

Der Ewigkeitssonntag hat daher sein ganz eigenes Gewicht. Er verbindet uns in der wachen Erinnerung mit denen, die vor uns gegangen sind. Im Gedenken tut sich eine Weite auf, die über uns selbst hinausgeht.Und lässt uns spüren, dass auch wir selbst im Fluss des Lebens unsere Tage planen, als Gast auf Erden.

„Alles hat seine Zeit“, heißt es in dem Abschnitt aus dem Prediger Salomo im Alten Testament, im Kapitel drei gleich der erste Vers. Wirklich alles. Und er zählt beispielhaft auf, was wir tun mit allen unseren Sinnen.

Schließlich aber ein anderer Blick auf das Tun und Machen von uns Menschen: Gott „hat auch die Ewigkeit in ihr Herz gelegt“. Ein wunderbares Bild, so werden wir Menschen gesehen. Ich staune beim Lesen jedes Mal.

Darüber denke ich zum Ewigkeitssonntag nach. In Gott ist zusammen, was wir uns nur getrennt vorstellen können. Zusammen, was vorher war und auch das, was sein wird.

Der Gedanke tröstet mich und stärkt. Und er macht mich bereit für das Jahr, das neue Kirchenjahr. Es wird kommen. Bald ist der erste Advent. Der Wochenspruch leitet diesen Übergang ein:

„Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.“ Lukas 12,35