Zeichen der Zuversicht 19

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Athener Kirchengemeinde,
heute ist Himmelfahrt…. Gottes Himmel offen halten! Dafür ist Christus gestorben.Und er hat uns den Auftrag gegeben, der Erde treu zu bleiben. Heute und an jedem neuen Tag!Genau so, wie es der katholische Bischof Franz Kamphaus (Bischof von Limburg, 1982 bis 2007) in einer Himmelfahrtspredigt einmal formuliert hat.

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Ich beschwöre euch, bleibt der Erde treu, und glaubt denen nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden. Giftmischer sind sie, … Verächter des Lebens…“ So hat es einst Friedrich Nietzsche den Christen ins Stammbuch geschrieben.

So bissig sie klingen – es ist gut, sich dieser Worte zu erinnern, gerade am heutigen Himmelfahrtstag. Wir feiern ja keinen Christus, der sich herausgehalten, abgesetzt und schließlich davongemacht hat. Sondern den, der sich um der Menschen willen Hände und Füße schmutzig gemacht hat. Mit dem Staub der Erde. Mit den Sorgen und Sünden der Leute. Der sich aufs Kreuz legen ließ, um Gottes Himmel offen zu halten über denen, die untergehen in ihrer Arbeit, ihren Terminen, ihren Konflikten oder ihrem Kummer. Wir sind ganz nah bei Christus, wenn wir’s uns gesagt sein lassen: „Bleibt der Erde treu…“

In der Tat: Das ist sein Auftrag, der Sinn seiner Himmelfahrt. Der Himmel liegt nicht über uns, sondern vor uns. Nicht als Fata Morgana, sondern als Aufgabe. Als Ziel. Als Möglichkeit. Und zwar hier auf dieser Welt. Genau da, wo sich unser Leben abspielt. Das heisst nicht, das Paradies auf Erden erwarten; der Himmel fällt nicht mit dieser Welt zusammen, weder jetzt noch in Zukunft. Aber dass es für diese Welt und für jedes einzelne Menschen­­leben Hoffnung gibt – in dieser Zuversicht und in dieser Sorge sollten wir uns von niemand übertreffen lassen. Es macht einen Riesenunterschied, ob wir versuchen, unter einem verschlossenen Himmel irgendwie zurecht zu kommen – oder ob wir Augen haben für Gottes Möglichkeiten: In den kleinen Aufgaben und den Krisen unseres persönlichen Lebens. Und erst recht in den globalen Herausforderungen dieser Erde und in den Konflikten unserer Zeit, die wir nur miteinander bewältigen können oder gar nicht.

„Ihr werdet meine Zeugen sein… bis an die Grenzen der Erde“ (Apg. 1,8). Das ist der Auftrag Christi für uns, der Sinn seiner Himmelfahrt. Unsere große Chance. Unsere unverzichtbare Würde. Wir sind zu etwas gut auf dieser Welt. Der Himmel steht über uns offen, wenn wir der Erde die Treue halten.

Franz Kamphaus

Diese Worte sind doch wohl wahre Worte der Zuversicht.

Bleibt besund und behütet!

Herzliche Grüße

Dr. Silke Weißker-Vorgias und Vera Sficas